Hausautomation mit FHEM?

Hallo ihr da draußen.
Heute soll sich bei mir alles um das Thema "FHEM" drehen und warum ein SmartHome in meinen Augen mit FHEM realisiert werden sollte. Dieser Post richtet sich vor allem an diejenigen unter euch, die sich noch nicht gut mit FHEM auskennen, oder überlegen ein Smarthome aufzubauen.
Hast du schon mal darüber nachgedacht deinen Alltag zu erleichtern? Kennst du das, wenn du dich gerade auf dein Sofa gelegt und den Fernseher angeschalten - dabei aber leider nicht an die Rollos gedacht hast?
Der Mensch ist faul und wenn du das Gleiche für dich behaupten kannst, bist du hier genau richtig.
Egal ob Alltagserleichterung, Hobby-Bastlerei, das Besondere an deinem Zuhause, intelligente Sicherheit oder einfach nur mal etwas Neues. Ein SmartHome kann an vielen Stellen sein Geld wert sein. Wer hat nicht den Wunsch seine Heizkosten zu sparen, oder einfach mal auf der Couch liegen zubleiben?
Am 07.03.2017 veranstaltete ich im Rahmen einer Facharbeit eine Umfrage, an der 134 Personen aus meinem Umfeld teilnahmen. Darunter waren neben einigen FHEM-Profis (81) einige Personen, welche schon darüber nachgedacht haben sich eine Hausautomation anzuschaffen, dies aber bisher nicht umgesetzt haben (25). Außerdem gab es natürlich auch einige, die sich mit diesem Thema noch nicht auskennen (19), oder sich kein Smarthome anschaffen möchten (9).
Besonders interessant war das flächendeckende Ergebnis, dass nahezu jeder eine eigene Lösung bevorzugen würde. Gerade einmal 28 Personen vertretend für alle 4 Interessengruppen waren dafür, sich ein Fertigsystem von bestimmten Anbietern anzuschaffen.
Kräftige Zahlen, aber nun ist es an der Reihe sich eine eigene Meinung zu bilden, richtig?
Was spricht für eine eigene Lösung, oder sollte man doch lieber auf Fertigsysteme von Telekom, Apple und Co zurückgreifen? Es gibt eine riesige Auswahl an Systemen denen man sich bedienen kann und nahezu jedes System glänzt mit Expertise in einem bestimmten Bereich.
Klingt doch gut, oder etwa nicht?
Auf den ersten Blick gebe ich zu, dass die meisten Fertigsysteme ihren Reiz haben. Leicht einrichtbar und intuitiv bedienbar sind sie perfekt für jeden Einsteiger geeignet. Wo also ist der Haken?
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.
Wir alle kennen es. Kaum hat man etwas Neues worauf man sich schon ewig gefreut hat, ist es doch schon wieder Schnee von gestern. Dabei kann sich der Zeitraum, in dem man sich an seinen Zustand gewöhnt je nach Veränderung stark unterscheiden. Haben wir erst unseren Wunsch erfüllt, so ist das neue Handy in 4 Monaten doch schon wieder ganz normal. Ich selbst kann das bei mir ziemlich deutlich beobachten.
Alle SmartHome Fertigsysteme haben das gleiche Problem. Sie bewegen sich nur in einem begrenzten Raum der Einstellungsmöglichkeiten. Die angebotenen Geräte können nicht das umsetzen, was ich mir wünsche. Die angebotene App hat ihre Grenzen. Ich kann mein Smarthome individualisieren, aber eben nicht so individuell wie es sein sollte. Schließlich wohne ich jeden Tag darin und bekomme Täglich die Fehler mit, die das System zu verstecken versucht. Gerätevielfalt ausgeschöpft? Integrieren wir doch einfach Geräte eines anderen Anbieters. Fehlanzeige!
Jeder kocht sein eigenes Süppchen - aber jeder kocht mit Wasser.
Nahezu jeder Anbieter hat geschlossene Standards. Keiner lässt sich in die Karten schauen. Kombinationen und Individualisierbarkeit sind hier nahezu unmöglich. Dabei sind die Komponenten meist gar nicht so unterschiedlich. Die Systeme lassen jedoch gezielt die Kommunikation untereinander nicht zu.
Du bleibst schön draußen! Und selbst wenn du rein kommst, mit meiner App bedienst du das nicht! Kauf meine Komponenten - da weißt du was du hast.
Und genau da liegt das Problem.
Sicherheit und Transparenz - nicht mit uns.
Kameras, Sirenen, Bewegungsmelder, Zutrittskontrolle, Anwesenheitserkennung. Nahezu jedes System bietet mindestens eines dieser Features an, um unser Sicherheitsbedürfnis zu erfüllen. Ich persönlich finde diese Möglichkeiten echt super! Wer wünscht sich denn nicht, die Tür via Tablet von der Couch aus zu öffnen, oder den heimlichen Pflanzenliebhaber via Kamera einzufangen, der sich gestern Nacht so sehr für meinen Garten interessierte.
Alles schön und gut. Was aber, wenn unser SmartHome zur Sicherheitslücke wird? Viele Anwender wissen nicht, welche Risiken ein Fertigsystem mit sich bringt. Davon abgesehen, dass niemand so recht sagen kann, über welchen Server meine Daten eigentlich wandern.
In einem SmartHome befinden sich wichtige, sensible, personenbezogene Daten, die es zu schützen gilt. Wie aber, wenn Sie ihrem eigenen Anbieter nicht trauen können? Würde es Ihnen gefallen, sich in ihrem eigenen Zuhause beobachtet zu fühlen?
Die Zielgruppe von Fertigsystemem sind meist Anwender, die sich nicht sehr mit der Materie auskennen. Oft holen sie sich ein vermeidlich sicheres System ins Haus, welches ihre Daten erfasst. Als Leihe sind Kenntnisse über Netzwerksicherheit meist wenig bis gar nicht vorhanden. Ein wichtiger Grund, sich Hilfe von Experten zu holen.
Wo Fertigsysteme scheitern wird FHEM aktiv.
Um die Frage zu klären, was eine eigene Lösung hier besser macht, möchte ich die Software "FHEM" vorstellen.
FHEM ist eine SmartHome-Server-Software, welche auf der Programmiersprache Perl basiert. Sie ist Herstellerübergreifend, wodurch Komponenten verschiedenster Systeme nach Belieben integriert werden können. Somit ergibt sich eine extrem hohe Individualisierbarkeit.
Die Software kann auf vielen verschiedenen Systemen installiert werden. Beispiele sind hier der bekannte und sehr preiswerte Raspberry Pi (ca. 50€), aber auch manche Fritz!Boxen, NAS-Systeme oder sogar für FHEM vorbereitete Geräte wie das TuxRadio mit integrierter Funkschnittstelle von Busware.de, welche später zum Ansprechen verschiedener Geräte verwendet wird. Generell kann FHEM auf vielen Windows-, macOS- und Linux-Systemen aufgesetzt werden. Natürlich hat jedes Gerät seine eigenen Vor- und Nachteile, welche es abzuwägen gilt.
FHEM ist eine deutschsprachige Open Source Software, welche täglich von einer aktiven Community weiterentwickelt wird. Sie hat bereits über 20.000 Anwender gefunden. Die Community ermöglicht es, dass Sicherheitslücken schnell gefunden werden können. Neue Geräte, welche frisch auf den Markt gekommen sind, werden von interessierten Bastlern begutachtet und ihre Integration in das FHEM-System wird gut dokumentiert. Daraus ergibt sich eine unglaublich große Breite an Möglichkeiten und nahezu jede Vorstellung ist umsetzbar.
Was in FHEM passiert, bleibt in FHEM. Aufgrund dass der FHEM-Server auch ohne Internetanbindung funktioniert und auch keine Daten nach außen austauscht, habt ihr die personenbezogenen Informationen, welche in eurem SmartHome anfallen fest in eurer Hand. Ein Angreifer muss sich nun mehr Mühe geben, etwas über euch zu erfahren und kein Fremdanbieter bekommt Informationen über euch direkt auf seine Server geliefert.
FHEM oder Fertigsystem - wer gewinnt das Rennen?
Wer gern bastelt, oder auf unendliche Möglichkeiten nicht gern verzichten möchte, wer den Datenschutz lebt und zusätzlich vielleicht sogar für eine hohe Sicherheit im eigenen Netzwerk sorgen kann, ist mit FHEM bestens beraten. Wer auf einfache Implementation aus ist und nicht viel Hintergrundwissen in der IT mit sich bringt, sollte eher auf ein Fertigsystem zurückgreifen. Auch diese haben durchaus ihren Charme. Hier ist jedem selbst überlassen, sich für eine Option zu entscheiden. Sicher kann der Ein- oder Andere auch gut auf ein SmartHome verzichten ;)
Vielen Dank fürs Lesen. Ich hoffe der Artikel hat dir gefallen. Wenn du Fragen zu diesem Thema hast, scheu dich nicht davor die Kommentar-Funktion zu nutzen. Ich freue mich auch sehr über dein Feedback.
Bis bald, euer Ext3R.

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